Winter-Ratgeber

5 einzigartige Winterziele in Europa

• 5 min lezen

Bei einer Winterreise muss es nicht immer ums Skifahren gehen. Europa ist voller Orte, an denen der Winter selbst die Hauptrolle spielt – mit Nordlichtern, zugefrorenen Seen, Eishöhlen und Dörfern, die wochenlang in ein blaues Dämmerlicht getaucht sind.

Wir stellen fünf Ziele vor, die etwas anders sind als gewöhnlich. Drei liegen weit oberhalb des Polarkreises, eines auf einer Insel voller Feuer und Eis und eines liegt überraschend nah. Sie alle zeigen eine Seite, die man den Rest des Jahres über nicht zu sehen bekommt.

1. Saariselkä und Inari, Finnisch-Lappland

Tief im Norden Finnlands liegt Saariselkä, ein kleines Dorf am Rande des Urho-Kekkonen-Nationalparks. Es ist hier still, weiß und dunkel – auf eine Weise, die man fast nirgendwo sonst findet.

Der bekannteste Grund für eine Reise hierher sind die Nordlichter. In der Umgebung kann man in gläsernen Iglus übernachten, sodass man vom Bett aus direkt in den Himmel blickt. Tagsüber geht es auf eine Husky- oder Schneemobilsafari durch endlose, verschneite Wälder.

Etwa eine Stunde Fahrt entfernt liegt Inari, das Zentrum der samischen Kultur in Finnland. Im Siida-Museum erfährt man, wie die Sámi seit Jahrhunderten mit der Kälte, den Rentieren und dem Licht leben. Ein wunderbarer, ruhiger Gegenpol zu all den Abenteuern.

Gut zu wissen: Mitten im Winter steht die Sonne hier kaum über dem Horizont. Planen Sie Ihre Aktivitäten im Freien daher für die Mittagszeit, wenn das Licht am schönsten ist.

2. Abisko und das Eishotel, Schwedisch-Lappland

Abisko ist als einer der besten Orte Europas bekannt, um Nordlichter zu sehen. Dank der Berge rund um den Torneträsk-See ist der Himmel hier oft klarer als in der Umgebung.

Mit einem Sessellift fahren Sie abends zur Aurora Sky Station auf den Berg Nuolja. Dort sitzen Sie hoch über dem Dorf, mit nichts als den Sternen und – mit etwas Glück – grünen Schleiern, die über Ihrem Kopf tanzen.

Etwas weiter östlich liegt Jukkasjärvi mit dem Eishotel. Es wird jeden Herbst aufs Neue aus Eis des Flusses Torne erbaut, mit Zimmern und Suiten, die jedes Jahr von Künstlern individuell gestaltet werden. Im Frühjahr schmilzt es wieder zurück in den Fluss.

Gut zu wissen: Das winterliche Eishotel ist etwa von Dezember bis April geöffnet. Im Inneren herrschen etwa fünf Grad minus, und man schläft in einem warmen Schlafsack auf Rentierfellen.

3. Spitzbergen, Norwegen

Spitzbergen ist das nördlichste Stück Europas, das man mit einem regulären Flug erreichen kann. Die Inselgruppe liegt etwa auf halber Strecke zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol, und der Winter ist hier anders als überall sonst.

Von Ende Oktober bis Mitte Februar steigt die Sonne in Longyearbyen nicht über den Horizont. Das klingt trostlos, ist aber vor allem etwas ganz Besonderes. Um die Mittagszeit färbt sich der Himmel tiefblau, und mit etwas Glück sieht man die Nordlichter sogar mitten am Tag.

Ab Ende Februar kehrt das Licht zurück und die Tage werden hell und kalt. Dann beginnt die Saison für Schneemobiltouren und Hundeschlittenfahrten entlang von Gletschern und weißen Tälern.

Gut zu wissen: Außerhalb von Longyearbyen sollte man nur mit einem zertifizierten Guide unterwegs sein, unter anderem wegen der Eisbären. Seit 2025 gelten zudem strengere Naturschutzregeln, daher ist eine geführte Tour der einfachste Weg, alles richtig zu machen.

4. Die Eishöhlen des Vatnajökull, Island

Im Südosten Islands liegt der Vatnajökull, einer der größten Gletscher Europas. Im Winter kann man unter dem Eis durch Höhlen wandern, deren Wände in allen Blautönen leuchten.

Diese Eishöhlen gibt es nur in den kalten Monaten, etwa von November bis März. Jedes Jahr sehen sie anders aus, da Schmelzwasser im Sommer neue Gänge formt, die im Herbst wieder gefrieren. Dadurch ist kein Besuch wie der andere.

Kombinieren Sie dies mit Jökulsárlón, der Gletscherlagune, auf der Eisberge langsam Richtung Meer treiben. Am angrenzenden schwarzen Strand, dem Diamond Beach, funkeln Eisbrocken auf dem Sand.

Gut zu wissen: Eine Eishöhle sollte man immer mit einem Gletscherführer besuchen, der auch Helme und Steigeisen bereitstellt. Das Wetter auf Island schlägt schnell um, planen Sie also etwas Puffer in Ihre Reise ein.

5. Bled, Slowenien

Nicht jede Winterreise muss in den hohen Norden führen. Bled in Slowenien ist nur einen kurzen Flug entfernt und wirkt im Winter wie ein Ort aus einem Märchen.

Mitten im See liegt eine kleine Insel mit einer Kirche, und hoch auf den Felsen blickt die Burg von Bled über das Wasser. Mit dem Schnee auf den Julischen Alpen ringsum ist die Aussicht im Winter am allerschönsten.

Gehen Sie den etwa sechs Kilometer langen Weg um den See und wärmen Sie sich danach mit einem Stück Kremšnita auf, der berühmten Bleder Cremeschnitte. Im Dezember gibt es zudem einen gemütlichen Weihnachtsmarkt direkt am Wasser.

Gut zu wissen: Der Flughafen von Ljubljana liegt etwa eine halbe Stunde Fahrt entfernt. Damit ist Bled ideal für ein langes Winterwochenende.

So bereiten Sie sich auf eine Winterreise vor

So verschieden diese Ziele auch sind, eines haben sie gemeinsam: Man verbringt viel Zeit draußen, oft still, und manchmal stundenlang am Stück. Nordlichter beobachten bedeutet, in der Kälte zu warten. Eine Schneemobiltour bedeutet Wind auf den Händen.

Kleiden Sie sich daher nach dem Zwiebelprinzip, damit Sie flexibel sind, wenn es wärmer oder kälter wird. Widmen Sie Händen, Füßen und Kopf besondere Aufmerksamkeit, da diese am schnellsten auskühlen. Für lange Abende draußen sind beheizbare Handschuhe kein unnötiger Luxus.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die beste Zeit für Nordlichter?

Von etwa September bis März, in dunklen und klaren Nächten. Je weiter Sie vom Stadtlicht entfernt sind, desto größer sind Ihre Chancen.

Welches Reiseziel ist am leichtesten zu erreichen?

Bled. Mit einem kurzen Flug nach Ljubljana und einer halben Stunde Fahrt sind Sie bereits am See.

Wo ist es am kältesten?

Auf Spitzbergen. Rechnen Sie dort mit Temperaturen weit unter null, oft mit starkem Wind. Gute Kleidung ist dort keine Option, sondern ein Muss.

Fazit

Ob Sie in einem Eishotel schlafen, durch eine blaue Gletscherhöhle wandern oder einfach nur ein ruhiges Winterwochenende an einem See verbringen möchten – Europa bietet all das. Sie müssen nur vor die Tür gehen.

Wählen Sie Ihr Ziel, packen Sie Ihre Schichten ein und sorgen Sie dafür, dass Ihre Hände warm bleiben. Dann wird diese Winterreise unvergesslich.