Wie bereitest du dich auf eine lange Wanderung in der Kälte vor?
Ein langer Spaziergang an einem kalten, klaren Wintertag ist ein Genuss. Knirschendes Gras, eine tiefstehende Sonne und ein warmes Getränk zwischendurch. Doch ohne die richtige Vorbereitung verwandelt sich dieser Tag schnell in kalte Hände, nasse Füße und eine zu frühe Heimkehr.
Mit ein wenig Planung lässt sich das vermeiden. So bereitest du dich auf eine lange Wanderung in der Kälte vor.
Plane deine Route bei Tageslicht
Im Winter sind die Tage kurz. Im Dezember wird es in den Niederlanden schon vor halb fünf dunkel. Plane deine Route deshalb so, dass du deutlich vor Sonnenuntergang zurück bist, mit etwas Puffer für Pausen und glatte Abschnitte.
Gib zudem jemandem Bescheid, welche Route du gehst und wann du ungefähr zurück sein möchtest. Das ist keine übertriebene Vorsicht, besonders wenn du alleine unterwegs bist oder durch ein einsames Gebiet läufst.

Schau über die Temperatur hinaus
Checke vor dem Aufbruch den Wetterbericht und achte nicht nur auf die Gradzahl. Der Wind macht einen großen Unterschied. Bei ein paar Grad unter Null und starkem Wind fühlt es sich deutlich kälter an, als das Thermometer anzeigt.
Achte auch auf Niederschlag und Glätte. Schneeregen oder Eisregen erfordern andere Kleidung und Schuhe als ein trockener, kalter Tag.
Starte leicht frisch
Es klingt widersprüchlich, aber es ist besser, sich leicht frisch angezogen auf den Weg zu machen. Nach zehn Minuten Gehen ist dir schon viel wärmer. Wenn du zu dick eingepackt startest, wirst du schwitzen, und Schweiß kühlt dich später aus.
Kleide dich im Zwiebelprinzip, damit du unterwegs anpassen kannst. Ein feuchtigkeitsableitender Baselayer, eine warme Mittelschicht und eine wind- und wasserdichte Jacke bilden die Basis.

Gute Schuhe und Socken
Auf einer langen Wanderung sind deine Füße alles. Wähle Schuhe, die wasserdicht sind und guten Halt bieten, besonders auf nassen oder verschneiten Wegen. Bei Glatteis können Spikes oder Schuhkrallen einen großen Unterschied machen.
Trage warme Socken, die gut sitzen. Zu enge Socken oder Schuhe hemmen die Durchblutung, wodurch du schneller frierst. Nimm auf einer langen Tour eventuell ein trockenes Paar mit.
Essen und Trinken unterwegs
In der Kälte hat man weniger Durst, aber der Körper verliert dennoch Flüssigkeit. Nimm eine Thermoskanne mit Tee, Brühe oder heißer Schokolade mit. Das wärmt von innen und sorgt für Gemütlichkeit.
Dein Körper verbraucht zudem mehr Energie, um sich warm zu halten. Packe also genug zu essen ein. Nüsse, ein belegtes Brot oder ein Riegel Schokolade halten dich bei Temperatur und auf den Beinen.
Smarte Pausen
Eine Pause fühlt sich nach einer strammen Wanderung herrlich an, aber man kühlt im Sitzen schnell aus. Ziehe daher direkt eine zusätzliche Schicht an, sobald du anhältst, noch bevor dir kalt wird.
Halte Pausen im Winter lieber kurz und suche dir einen windgeschützten Ort. Eine Bank hinter einer Hecke oder einem Waldrand macht schon einen großen Unterschied.

Halte deine Hände warm
Bei Kälte kühlen die Hände zuerst aus. Trage gut isolierte Handschuhe und ziehe sie nicht ständig aus, um dein Handy zu bedienen. Jedes Mal, wenn du das tust, verlierst du Wärme, die du nur schwer zurückgewinnst.
Bist du wirklich lange unterwegs oder bekommst du schnell kalte Hände? Dann sind beheizbare Handschuhe eine Lösung. Du kannst die Wärme während einer Pause höher stellen und beim Weiterlaufen wieder reduzieren.
Nimm Licht mit
Selbst wenn du planst, rechtzeitig zurück zu sein, kann sich eine Wanderung verzögern. Ein falscher Abzweig oder ein glatter Anstieg kosten schnell Zeit. Nimm daher eine kleine Stirnlampe mit. Sie wiegt fast nichts und gibt dir Sicherheit, falls es früher dunkel wird als geplant.
Dein Handy und die Kälte
Akkus mögen keine Kälte. Ein Handy kann bei niedrigen Temperaturen viel schneller leer sein als gewohnt. Bewahre dein Handy daher in einer Innentasche nah am Körper auf und starte mit einem voll geladenen Akku.

Nach der Wanderung
Nach der Rückkehr ist die Versuchung groß, sofort aufs Sofa zu plumpsen. Ziehe aber zuerst trockene Kleidung an, besonders wenn dein Baselayer vom Schwitzen feucht ist. So wärmst du dich schneller und angenehmer auf.
Stelle deine Schuhe bei Zimmertemperatur zum Trocknen ab, nicht direkt auf die Heizung, und nimm die Einlegesohlen heraus, wenn möglich. Tue das Gleiche mit deinen Handschuhen, damit alles für den nächsten Ausflug bereitsteht.
Häufig gestellte Fragen
Muss man in der Kälte auch genug trinken?
Ja. Man merkt es weniger, aber man verliert auch im Winter Flüssigkeit, unter anderem durch die Atmung. Ein warmes Getränk in einer Thermoskanne macht das Trinken deutlich attraktiver.
Was tun bei Glätte?
Gehe ruhig, mit kleinen Schritten, und wähle, wo möglich, Wege mit gutem Halt. Spikes oder Schuhkrallen helfen auf Eis sehr gut.
Wie lange kann man in der Kälte wandern?
Das hängt von deiner Kondition, Kleidung und dem Wetter ab. Mit der richtigen Vorbereitung ist eine Tageswanderung absolut machbar. Wenn du merkst, dass du anfängst zu zittern oder deine Finger gefühllos werden, geh nach drinnen und wärm dich in Ruhe auf.
Fazit
Eine lange Winterwanderung erfordert etwas mehr Vorbereitung als eine Sommertour. Plane bei Tageslicht, kleide dich im Zwiebelprinzip, halte deine Füße trocken und deine Hände warm.
Dann bleibt es genau das, was es sein soll: ein wunderbarer Tag draußen in der frischen Winterluft.