Was ist eine wasserdichte Membran und wie funktioniert sie?
Es klingt fast widersprüchlich. Eine Jacke, die keinen Tropfen Regen durchlässt, aber deinen Schweiß nach außen ableitet. Doch genau das ist es, was eine wasserdichte Membran bewirkt.
Du findest sie in Winterjacken, Skihosen, Wanderschuhen und Handschuhen. Aber was ist das eigentlich und warum funktioniert es? Wir erklären es dir Schritt für Schritt.
Was ist eine Membran?
Eine Membran ist eine hauchdünne Schicht, oft dünner als ein Blatt Papier. Sie befindet sich nicht auf der Außenseite deiner Kleidung, sondern ist an der Innenseite des Außenstoffs befestigt. Man sieht sie also meistens nicht.
Für sich genommen ist eine Membran zu empfindlich, um als Kleidungsstück getragen zu werden. Deshalb wird sie immer mit anderen Stoffen kombiniert, die sie schützen. Zusammen bilden sie ein sogenanntes Laminat.

Wie funktioniert eine wasserdichte Membran?
Das Geheimnis liegt im Unterschied zwischen Wasser und Wasserdampf. Ein Regentropfen besteht aus unzähligen Wassermolekülen, die fest miteinander verbunden sind. Wasserdampf, wie die Feuchtigkeit, die dein Körper abgibt, besteht aus einzelnen Molekülen, die viel kleiner sind.
Es gibt grob zwei Arten von Membranen, die sich das zunutze machen.
Mikroporöse Membranen
Diese Membranen sind voller winziger Löcher. Diese Löcher sind zu klein für einen Wassertropfen, aber groß genug für Wasserdampf. Regen bleibt also draußen, während Schweißdampf entweichen kann.
Hydrophile Membranen
Dieser Typ hat keine Löcher. Die Membran nimmt Feuchtigkeit an der warmen Innenseite auf und gibt sie an der kälteren Außenseite wieder ab. Die Feuchtigkeit wird sozusagen von Molekül zu Molekül weitergereicht.
Beide Systeme funktionieren am besten, wenn es im Inneren deiner Jacke wärmer und feuchter ist als draußen. Im Winter ist das fast immer der Fall.

Zwei, zweieinhalb oder drei Lagen
Auf Etiketten sieht man oft Begriffe wie 2-lagig, 2,5-lagig oder 3-lagig. Dabei geht es darum, wie die Membran aufgebaut und geschützt ist.
Bei einem 2-lagigen Aufbau ist die Membran am Außenstoff befestigt und an der Innenseite hängt ein loses Futter. Bequem und oft warm, ideal für den täglichen Gebrauch.
Ein 2,5-lagiger Aufbau hat an der Innenseite einen dünnen Schutzdruck anstelle eines Futters. Leicht und kompakt. Bei einem 3-lagigen Aufbau sitzt die Membran als eine Einheit zwischen Außen- und Innenstoff. Das ist am robustesten und oft die Wahl für schwierige Bedingungen.

Warum Atmungsaktivität so wichtig ist
Eine Jacke, die nur wasserdicht ist, fühlt sich nach einer Stunde Wandern an wie eine Plastiktüte. Dein Schweiß kann nirgendwo hin und schlägt sich an der Innenseite nieder. Dann wirst du trotzdem nass, und nass bedeutet im Winter: kalt.
Eine atmungsaktive Membran verhindert das. Sie hält dich außen trocken und leitet Feuchtigkeit von innen ab. Dadurch bleibt die Isolierung deiner Kleidung besser wirksam.

Membranen in Handschuhen und Mützen
Auch in Winterhandschuhen wird oft eine Membran verwendet. Meistens sitzt sie als eine Art Innenhandschuh zwischen dem Außenstoff und dem Futter. So bleiben Schnee und Schmelzwasser draußen.
Das ist wichtiger, als man denkt. Nasse Hände kühlen rasend schnell ab, weil Wasser Wärme viel schneller ableitet als Luft. Ein trockener Handschuh hält deine Finger viel länger warm, besonders in Kombination mit guter Isolierung.
Auch in Mützen findet man immer häufiger eine Membran. Die Polarex-Mütze hat zum Beispiel eine wasserabweisende Außenschicht, eine wasserdichte und atmungsaktive Membran und ein weiches, feuchtigkeitsableitendes Innenfutter. So bleiben dein Kopf und deine Ohren trocken, auch bei Schnee oder Nieselregen.

Eine Membran kann nicht alles
Eine Membran ist nur ein Teil der wasserdichten Kleidung. Auch die Nähte, Reißverschlüsse und die Verarbeitung müssen stimmen. Nähte werden daher oft mit Spezialband versiegelt, und Reißverschlüsse haben eine wasserdichte Ausführung oder eine Abdeckung darüber.
Und eine Membran ist keine Isolierung. Sie hält dich trocken, aber nicht unbedingt warm. Für Wärme brauchst du weiterhin isolierende Schichten, wie ein Fleece oder eine gefütterte Jacke. Erst zusammen sorgen sie für ein warmes und trockenes Gefühl.
Wie testest du, ob deine Kleidung noch wasserdicht ist?
Spritze etwas Wasser auf die Außenseite deiner Jacke oder deiner Handschuhe. Perlt das Wasser schön ab, funktioniert die wasserabweisende Schicht noch gut. Zieht das Wasser in den Stoff ein und wird er dunkler, dann ist Zeit für eine Pflege.
Das bedeutet nicht sofort, dass die Membran undicht ist. Aber ein durchnässter Außenstoff lässt die Membran schlechter atmen, wodurch es innen klamm werden kann.
So hältst du eine Membran in gutem Zustand
Schmutz, Schweiß und Hautfette können die Wirkung einer Membran beeinträchtigen. Auch die wasserabweisende Schicht an der Außenseite nutzt sich mit der Zeit ab. Glücklicherweise ist eine gute Pflege nicht kompliziert.

Häufig gestellte Fragen
Ist eine Membran dasselbe wie eine Beschichtung?
Nicht ganz. Eine Beschichtung (Coating) ist eine Schicht, die auf den Stoff aufgebracht wird; eine Membran ist eine separate dünne Folie, die daran befestigt wird. Beide können wasserdicht sein, aber Membranen atmen oft besser.
Warum fühlt sich meine Jacke von innen nass an?
Oft ist das Kondenswasser. Wenn der Außenstoff durchnässt ist, atmet die Membran schlechter und dein Schweißdampf schlägt sich innen nieder. Das sieht nach einem Leck aus, ist es aber meistens nicht.
Geht eine Membran kaputt?
Eine Membran ist stark, aber nicht unzerstörbar. Scharfe Gegenstände und jahrelanger intensiver Gebrauch können sie beschädigen. Bei guter Pflege hält sie jedoch viele Saisons lang.
Kann man eine Membran selbst reparieren?
Kleine Risse im Außenstoff kannst du oft mit einem speziellen Reparaturflicken für Outdoor-Kleidung schließen. Bei größeren Schäden an der Membran ist es klug, Kontakt mit dem Hersteller oder einem Reparaturservice aufzunehmen.
Zum Schluss
Eine wasserdichte Membran ist ein kleines Stück Technik mit großer Wirkung. Sie hält Regen und Schnee draußen und lässt Schweißdampf entweichen, damit du trocken und warm bleibst.
Achte bei deiner nächsten Jacke, Hose oder deinem nächsten Paar Handschuhe also nicht nur auf das Wort „wasserdicht“. Schau auch darauf, wie die Membran aufgebaut ist und wie gut sie atmet.